Wem verdanken Vögel ihre Gesangsfähigkeiten?

Es gibt in der Tierwelt keine erfahreneren Sänger als Vögel. Was ist Vogelgesang? Das alles erfahren Sie in unserem Artikel.

Wo hatten Vögel solche Gesangsfähigkeiten?

Wirklich virtuosere Musiker als Vögel werden Sie im Tierreich nicht finden. Und einer der Gründe für ihre einzigartigen stimmlichen Fähigkeiten ist die Tatsache, dass ihr „Musikinstrument“ sehr originell ist. Dies ist keine Übertreibung: Der Stimmapparat des Vogels bezieht sich ebenso wie ein ähnlicher menschlicher Apparat auf „Blasinstrumente“. Mit anderen Worten, Geräusche im Stimmapparat entstehen durch die Bewegung der aus der Lunge ausgeatmeten Luft. Der Luftstrom führt in diesem Fall zu einer Schwingung der elastischen Membranen, wodurch Schallwellen entstehen.

Diese Membranen sind beim Menschen die Stimmbänder im Kehlkopf. Die Höhe des erzeugten Klangs hängt vom Grad der Muskelspannung der Stimmbänder ab: Je stärker es ist, desto höher ist die Stimme. Die Stärke der Stimme hängt davon ab, wie hoch der Druck in der Lunge ist und wie fest die Bänder geschlossen sind: Je höher der Druck und je dichter der Verschluss, desto lauter und stärker der Klang.

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass jedes Musikinstrument allein nicht genug Klangquelle ist: Sie benötigen mindestens einen Resonator, der diesen Klang verbessern würde. Beim Menschen sind Luftröhre, Nasen- und Mundhöhle und Rachen solche Resonatoren.

Vögel sind Musiker unter den Tieren.

Lange Zeit glaubte man, dass der Stimmapparat von Vögeln auf die gleiche Weise wie der menschliche konstruiert ist. In der Forschung stellte sich jedoch heraus, dass Vögel nicht einen Kehlkopf wie Menschen haben, sondern zwei auf einmal: den oberen, der dem von Säugetieren entspricht, und den unteren Kehlkopf, der für andere Tiere nicht typisch ist. Darüber hinaus spielt bei der Bildung von Geräuschen der zweite, der untere Kehlkopf, eine wichtigere Rolle. Das Gerät des unteren Kehlkopfes ist ziemlich kompliziert und weist auch merkliche Unterschiede bei verschiedenen Vogelarten auf. Aufgrund dieser Komplexität und Unterschiede untersuchen die Wissenschaftler immer noch den Mechanismus des unteren Kehlkopfes. Es hat nicht einen Vibrator wie bei Säugetieren, sondern zwei oder sogar vier.

Darüber hinaus arbeiten alle Vibratoren unabhängig voneinander. Dieses erstaunliche System befindet sich im unteren Teil der Luftröhre, wo es sich in zwei Bronchien verzweigt. Dank eines solch extrem komplexen Geräts ist der Vogelstimmapparat zu einer solch virtuosen Leistung fähig.

Vögel sind meisterhafte Darsteller ihrer eigenen Lieder.

Die Tatsache, dass sich während der Evolution im unteren Teil der Luftröhre ein zweiter Kehlkopf bildete, gab diesen Tieren die Möglichkeit, ihn als zweiten Resonator zu verwenden, der sehr mächtig ist. Und bei einer relativ großen Anzahl von Vögeln wächst die Luftröhre sehr stark und nimmt sowohl im Durchmesser als auch in der Länge zu. Die Lungen wachsen ebenfalls. Durch diese oder jene Bewegungen des Körpers und die Anspannung spezieller Muskeln kann der Vogel die Form dieses äußerst komplexen Resonatorsystems ziemlich stark verändern und dadurch die Membran- und Schallhöheneigenschaften seiner Stimme steuern.

Lauschen Sie dem Gesang der Vögel

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Die rhythmischen Eigenschaften von Schall hängen von der Arbeit des oberen Kehlkopfes ab, der als spezifisches Absperrventil auf dem Weg des Schallstroms wirkt. Der obere Kehlkopf arbeitet mit dem unteren Kehlkopf in einer Reflexgemeinschaft.

Dank der erstaunlichen Struktur des Stimmapparats können Vögel melodische Klänge erzeugen.

Der Kehlkopf und die Resonatoren (Vogelstimmapparat) sind im Verhältnis zum Körper recht beeindruckend groß. Dies gilt insbesondere für kleine Vögel. Aus diesem Grund ist fast der gesamte Organismus in den Prozess des Singens von Vögeln involviert.

Der Stress, dem der Vogelkörper beim Singen ausgesetzt ist, ist so groß, dass der Körper buchstäblich zittert.

Der leicht gespreizte Schwanz und die Flügel zittern im Takt des Gesangs, der kleine Schnabel öffnet sich weit und schafft den größtmöglichen Raum für Geräusche, die die Brust des Vogels überwältigen, und der Hals ist verlängert. Darüber hinaus beschränkt sich die Angelegenheit nicht nur auf körperliche Belastung. Das Singen fängt den Vogel in seiner Gesamtheit und auch emotional ein.

In den frühen 60er Jahren des 20. Jahrhunderts fanden Forscher in den Stimmen der Vögel Ultraschall-Obertöne, die das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Solche Obertöne finden sich in Liedern von Grünfinken, Sonnenblumen, Zaryanok und einigen anderen Vögeln.

Das Singen fängt den Vogel sowohl physisch als auch emotional vollständig und vollständig ein.

Als echte Musiker sind Vögel nicht nur auf einen Sprachapparat zur Klangbildung beschränkt. Zu diesem Zweck verbinden sie ihre anderen Fähigkeiten. Flügel, Pfoten, Schnabel und sogar Schwanz sind beteiligt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Specht, der allen als unermüdlicher Schlagzeuger bekannt ist. Er arrangiert seine Spring Recruiting-Konzerte und verwendet für sie nicht nur seinen Schnabel, sondern auch verschiedene Objekte, die er als Trommel verwendet. Die Auswahl solcher Gegenstände ist ziemlich groß - von getrocknetem Holz über Eisenstücke bis hin zu leeren Dosen.

Es ist bekannt, dass der Schnabel als Werkzeug für Liebes-Serenaden von Störchen verwendet wird. Verschiedene Arten des Schnabelklickens haben die Sprachkommunikation mit Störchen ersetzt. Diese Art der Kommunikation ist auch bei verschiedenen Greifvögeln wie Eulen oder Adlern weit verbreitet. Nur diese Klicks werden als Bedrohungssignal ausgegeben.

Lieder, individuelle Geräusche und Gesten in der Vogelwelt spielen eine andere Rolle.

Von großem Interesse ist der sogenannte "Schwanzgesang", der beim Paarungsflug an der Schnepfe zu beobachten ist. Bei diesem Gesang wird der Schall aufgrund der Vibration der Lenkfedern aus dem Strom der entgegenkommenden Luft erzeugt. Das Geräusch, das in diesem Fall entsteht, ist dem Blöken eines Lammes sehr ähnlich. Aufgrund dieser Ähnlichkeit wurde die Schnepfe unter den Menschen "Waldlamm" genannt. Zu viele Vögel machen Geräusche mit ihren Flügeln. Dazu gehören beispielsweise Auerhuhn und Birkhuhn, die bei der Paarung einen solchen Knall machen müssen.

Trotzdem sind diese ungewöhnlichen Formen der Tonerzeugung zwar interessant, aber zweitrangig, und der untere Kehlkopf bleibt die Haupttonquelle bei Vögeln. Glücklicherweise ist die Auflösung des Stimmapparats des Vogels absolut unglaublich. Um dies zu überprüfen, erinnern Sie sich an die Nachtigallen und Kanarienvögel mit ihren fantastischen Liedern und den einzigartigen Nachahmungsfähigkeiten von Papageien und einer Reihe anderer Vögel.

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